Spvgg. Sterkrade 06/07 e.V. Stadion “Am Dicken Stein”
© Ms 08/2015, Spvgg. Sterkrade 06/07 e.V.
Chronik
Der Name des Traditionsvereins hat besonders am Niederrhein einen guten Klang. Auf dem Amateursektor haben die Sterkrader Kicker jedenfalls ein Stück Fußballgeschichte mitgeprägt. Die Anlage “Am Dicken Stein” ist ein weithin bekannter Begriff. Vor etwa 95 Jahren hatten sich die ländlichen Bereiche an Rhein, Ruhr und Emscher in dichtgedrängte Industriegebiete gewandelt. Vor allem der Bergbau und die Stahlindustrie boomten. Und wo hart gearbeitet wurde, konnte auch der Sport als körperlicher Ausgleich nicht “abseits” stehen. Nach der Jahrhundertwende und der Gründung des Deutschen Fußballbundes wuchsen auch im Groß-Oberhausener Raum die Vereine wie Pilze aus der Erde. Die Geburtsstätte von Spielverein Sterkrade 06 soll der “Kleine Markt” gewesen sein. Die kleine Sportgemeinschaft nannte sich zunächst “Minerva”, spielte Fußball auf einem kleinen Gelände von 50 mal 60 Meter. Dabei störte es nicht, dass mitten auf dem Platz ein Krieger-Denkmal stand. Das Vereinswesen nahm feste Formen an, als sich Heinrich Schäfer und Mitgefährten zu Versammlungen in der Toreinfahrt seines elterlichen Geschäftes in der Kantstraße trafen. Den ersten Fußball hatte Kaufmann Wilhelm Ortmann gestiftet. Trainiert wurde in Schepermann’s Garten. Als es untereinander den ersten Krach gab, blieb “Minerva” auf der Strecke. Das führte dazu, daß tatenfreudige Männer etwas später den “Spielverein 06” aus der Taufe hoben. Der Spielbetrieb wurde nun strenger organisiert. Am 15. November 1906 gab es die erste Satzung mit dem Gründungstag 13. Mai 1906 vermerkt. Zwei Jahre später schloss man sich dem Westdeutschen Fußballverband an. Die zweite Wurzel des Vereins entstand als Spielclub 07 Sterkrade. Zunächst wurde auf einem Platz am Wasserturm gespielt, später auf einem Feld des Bauern Timmerhaus an der Tackenbergstraße. In der 1908 eröffneten Gaststätte “Am Dicken Stein” hatten die Mitglieder ihr Domizil. Bereits 1926 spielte die Fußballmannschaft in der Gauliga Niederrhein. Die aktiven des benachbarten Spielverein 06 kickten mittlerweile auf einem Weideland des Bauern Schäfer an der Biefangstraße. Beide Klubs schlossen sich schließlich unter Protektor Klapdor, einem Direktor der Gutehoffnungshütte - zu der ein enger Kontakt bestand - und dem Vorsitzenden Theo Nußbaum zur Spielvereinigung Sterkrade 06/07 zusammen. Die führende Rolle konnten die Fußballer aus Sterkrade währen der sogenannten Hitler-Zeit von 1933 bis 1945 nicht behaupten. Mit RWO war im Oberhausener Raum mächtige Konkurrenz entstanden. Gleich nach dem Krieg ging man bei Sterkrade 06/07 mit allen Kräften an den Wiederaufbau. Schon bald rollte am “Dicken Stein” wieder das Leder. Als 1947 der Vertragsfußball eingeführt wurde, hatten sich auch die Sterkrader qualifizeirt. Die damaligen Verantwortlichen muteten dem Verein dieses Risiko nicht zu. Sie konzentrierten sich mit großem Elan auf ihre Aufgaben im Amateurbereich. Das “Nein” zum bezahlten Fußball war allerdings auch mit dem ständigen Abgang von erstklassigen Spielern verbunden, die von zahlungskräftigen Klubs angeheuert wurden. In Sterkrade wurde sehenswerter Amateurfußball geboten. Die 1. Mannschaft gehörte zur Elite des Niederrheins, hatte in dem mehrfachen, leider so früh verstorbenen Nationalspieler Karl Klug ein erstklassiges Vorbild. Mit Elan stürmten die Blau-Weißen in die sogenannten “Goldenen 50er Jahre”. Das Team mischte in seiner Klasse ständig oben mit. Der 21. November 1954 war ein besonderer Tag. Da wurde das vereinseigene Stadion “Am Dicken Stein” im festlichen Rahmen seiner Bestimmung übergeben. Zum Eröffnungsspiel kam die Mannschaft vom 1. FC Kaiserslautern, damals am populärsten in Deutschland. Vor 10000 Zuschauern siegten die Pfälzer nur knapp mit 2:1. Ein Jahr später setzten die Sterkrader einen weiteren sportlichen Glanzpunkt. Sie wurden wieder Gruppensieger, wurden dann zwar nicht Niederrheinmeister, konnten aber nach dem Verzicht des Homberger SV erstmals an der deutschen Amateurmeisterschaft teilnehmen. Hier scheiterten sie an den übermächtigen Sportfreunden aus Siegen. Den Niederrheintitel errangen sie dann doch 1970, blieben aber in der Qualifikation um einen Platz in der Regionalliga West auf der Strecke. Wieder ein Jahr später nahmen die Kicker vom “Dicken Stein” noch einmal als Vizemeister an der deutschen Amateurmeisterschaft teil, wurden jedoch in der 2. Runde vom FSV Frankfurt ausgebootet. Die Pflege des Nachwuchses hatte schon lange einen besonderen Stellenwert. Viele Erfolge verbuchten immer wieder Jugendmannschaften, 1969 erkämpfte sich die A-Jugend die westdeutsche Vizemeisterschaft, unterlag im Finale dem späteren Deutschen Meister VFL Bochum vor 10000 Zuschauern mit 3:4. Die Verantwortlichen hielten das beträchtliche Vereinsvermögen infolge erstklassiger Kassenführung beisammen. Erst als Hermann Sassen 1973 als 1. Vorsitzender zurücktrat, stellte sich Rückläufigkeit ein. Wie beim Nachbarn RWO operierte auch am “Dicken Stein” zeitweilig ein Notvorstand. 1977 sah der damalige Vorsitzende Wilming eine Rettung in der Fusion mit SuS Klosterhardt. Dieser Verein wurde von Hermann Schulz geführt. In der Folgezeit wurden reichlich Fehler produziert. Die hochtrabenden Pläne, in Oberhausen die Nummern eins zu werden, zerplatzten wie Seifenblasen. Wirtschaftlich schlitterte der Klub in tiefrote Zahlen. Sportlich ging es abwärts. So stieg die 1. Mannschaft nach Abschluß der Saison 1977/78 aus der Verbandsliga Niederrhein ab. Als einziger Verein vom Niederrhein hatten die Kicker vom “Dicken Stein” alle 22 Jahre bis zur Einführung der Oberliga Nordrhein in dieser bis dahin höchsten deutschen Amateurklasse durchgehalten. Der Zusammenschluß brachte also keineswegs den erhofften Erfolg. Als im zweiten Jahr der Ära der Aufstieg nicht gelang, schied Hermann Schulz aus. Vorsitzender Wilming blieb im Amt, bis man ihn schließlich zwang seinen Hut zu nehmen. Der Schuldenberg war mächtig angewachsen. Nur der Verkauf des Klubhauses und die Übernahme des Stadions durch die Stadt konnte den Verein noch retten. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga rutschten die Sterkrader noch bis zur Bezirksliga ab, wo sie ein Jahrzehnt sozusagen ihr Dasein fristeten. Im Jahre 1994 gelang dann, mit Unterstützung des damaligen Sponsors Eurocon, unter Trainer Pierro Lussu endlich wieder der Aufstieg in die Landesliga. Diese Freude währte aber nur zwei Jahre, dann folgte wieder der bittere Abstieg in die Bezirksliga, wo die Mannschaft die nächsten sieben Spielzeiten verbringen musste. In der Spielsaison 2002/2003 gelang dann unter Trainer Robert Prokein endlich wieder der langersehnte Wiederaufstieg in die Landesliga.   In den folgenden Jahren spielte die 1. Mannschaft unter den Trainern Robert Prokein, Dirk Wißel, Peter Zimpl, Jörg Kessen und Jens Szopinski bis zur Saison 2010/2011 in der Landesliga, nach dem Abstieg in die Bezirksliga folgte in der Saion 2012/2013 Trainer Dirk Rovers auf Jens Szopinski, aber auch dieser konnte den bitteren Abstieg in die Kreisliga A nicht verhindern.   Im Jahr 2014 wurde Christian Dahlbeck als Trainer gewonnen. Mit ihm gelang 2015 der ersehnte Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Erfreulich ist, dass ein Großteil der Spieler der aktuellen Mannschaft aus der eigenen Jugend hervorgegangen ist. Die 2. Mannschaft pendelte in den beschriebenen Jahren zwischen der Kreisliga A und der Kreisliga C und spielt in der Saison 2015/2016 unter Trainer Roberto Piazza in der Kreisliga B. Auch neben dem Platz tat sich in den 2000er Jahren einiges. Nach der Schließung der traditionsreichen Vereinsgaststätte Clubhaus “Am Dicken Stein“  im Jahr 2008, konnten im Jahr 2009 in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Oberhausen und der Firma Geese-Bau neue Umkleideräume und ein neuer  Vereins-Jugendraum errichtet und eröffnet werden. Im Jahr 2010 wurde der Rasenplatz zu einem Kunstrasenplatz umgestaltet. Diese Neu- und Umbaumaßnahmen wurden alle während der Amtszeit des 1. Vorsitzenden  Klaus-Peter Remmerbach umgesetzt, welchem für diesen Kraftakt nur herzlichst gedankt werden kann. Für die Jahreshauptversammlung 2013 kündigte jedoch der amtierende Vorstand an, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Um den Verein nicht führungslos werden  zu lassen, organisierten einige AH-Spieler bzw. ehemalige Spieler der 1. Mannschafft eine Krisensitzung, um potentielle Kandidaten für die zu besetzenden Vorstandspositionen zu ermitteln. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Seit dem Jahr 2013 wird der Verein von dem langjährigen Spielführer der 1. Mannschaft, Hans-Peter Zimpl (1. Vorsitzender),  geführt. Weitere Vorstandsmitglieder wurden Heinrich Böhner (2. Vorsitzender), Christian Risthaus (Schatzmeister) und Thomas Scheideck (Geschäftsführer), ebenfalls ehemalige Spieler aus der 1. Mannschaft. Seiner Maxime, den Jugendbereich zu fördern und sein Spielerpotential möglichst aus den eigenen Reihen zu beziehen, ist der Verein bis heute treu geblieben. Hier geht es zum Vereinslied